Ein kurzer Überblick über Definition, Philosophie, Brauchtum
Der Begriff Geschenk leitet sich vom mitteldeutschen „ein-/schenken“ ab, wobei hier etwa die Bewirtung eines Gastes gemeint ist. Als Geschenk bezeichnet man die Hingabe von materiellen oder immateriellen Gütern ohne zugesicherte Gegenleistung (im übertragenen Sinn kann man jemandem etwa auch seine Liebe oder sein Vertrauen schenken).
Ein wesentlicher Aspekt des ideellen Werts eines Geschenks ist der Effekt der Überraschung, die durch die Verpackung der Gabe hinausgezögert und verstärkt werden soll. Bei allen Komplikationen, die das Schenken in unserer konsumorientierten Welt mittlerweile beinhalten mag, sollten jedoch dessen positive Werte nicht vergessen werden. Die Auswahl eines Geschenks ist in den meisten Fällen ein Anlass, um sich mit der Persönlichkeit und den Vorlieben eines Menschen intensiv zu befassen.
Das Schenken ist ein Brauch, der sowohl einen christlichen als auch einen heidnischen Ursprung hat. Im christlichen Sinn sind hier vor allem die Geschenke zu Weihnachten zu nennen. Diese sind ursprünglich eine Erinnerung an Weihrauch, Myrrhe und kostbare Steine, die Kaspar, Melchior und Balthasar, die Heiligen drei Könige also, dem Kinde im Stall von Bethlehem überbrachten.
Ihren heidnischen Ursprung finden die Geschenke in den römischen Feiern zu Ehren des Gottes Saturn, die den Beginn eines neuen Jahres bezeichneten. Im alten Rom war mit den prächtigen Festlichkeiten die Gabe gegenseitiger Geschenke verbunden (die Kinder bekamen damals etwa Wachslichter und Tonpüppchen geschenkt). In Germanien verpflichteten die Dienstherren zwischen dem 25. Dezember und dem 1. Januar ihr Gesinde aufs Neue und bedachten sie zusätzlich mit reichen Geschenken.
Heute sind in unserer Gesellschaft Geschenke insbesondere zu folgenden bestimmten Anlässen üblich (wobei hier natürlich kein Wert auf Vollständigkeit gelegt wird):
Abschiedsgeschenk, Brautgeschenk, Ehrengeschenk, Festgeschenk, Freundschaftsgeschenk, Gastgeschenk, Geburtstagsgeschenk, Gegengeschenk, Geldgeschenk, Hochzeitsgeschenk, Konfirmationsgeschenk, Patengeschenk, Verlobungsgeschenk, Weihnachtsgeschenk, Werbegeschenk, Jubiläumsgeschenk.
Ein Geschenk, das der ursprünglichen Definition der Gabe zum Wohle eines anderen widerspricht, ist übrigens das sogenannte Danaergeschenk. Dieses erweist sich im Gegenteil als eher unheilvoll und hat somit für den Geschenkten gemeinhin negative Auswirkungen. Heutzutage wird der aus der griechischen Mythologie stammende Begriff Danaergeschenk meist bei Gaben oder Zugeständnissen verwendet, die einem verdächtig vorkommen, da sie zwar Vorteile mit sich bringen, aber auch Gefahren in sich bergen. So wird gerade in der Politik etwa bei Steuergeschenken insbesondere beim politischen Gegner nicht selten von Danaergeschenken gesprochen. Der Klassiker unter den Danaergeschenken ist jedoch das berühmte hölzerne Trojanische Pferd, mit dessen Hilfe die listigen Griechen die Stadt Troja eroberten
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